Donnerstag, 6. Dezember 2012

Back in Gambia

Hallo!!

Seit nun 2 Wochen bin ich wieder in Gambia, die ersten 9 Tage mit meinem Vater. 8 Tage bleiben mir noch, ehe ich wieder mal die Heimreise antrete!

Es wird ein ausführlicher Bericht von meiner "Rückkehr" nach Gambia folgen, im Moment finde ich allerdings nicht die Zeit, einen Blogeintrag zuschreiben!

Wie ich an den Klicks sehe, besteht noch ein gewisses Interesse an meinem Blog, das freut mich sehr.
Danke dafür!  

Ich kann schonmal so viel verraten, es geht mir ganz gut! Es ist allerdings ein emotionales Auf und Ab!
Nachdem ich vor einigen Tagen eine schlimme Lebensmittelvergiftung hatte (Gambia macht mich krank!) geht es langsam aber jeden Tag besser!

In der Klinik war ich auch schon, es war sehr schön alle wieder zusehen!
Frisbee spiele ich nicht, aber ich schaue zu, es fällt wirklich schwer nicht selbst zu spielen, aber ich gehe jetzt kein Risiko mehr ein!

Ich merke sehr deutlich, das meine Zeit hier nun vorbei ist! Aber es ist gut das zu spüren.
Trotzdem genieße ich jetzt das andere, neue und doch vertraute Leben hier. Und der bevorstehende Abschied wird mir sicher genauso, wenn nicht vielleicht sogar schwerer fallen, als der Abschied am 3.10..
Es ist dann immerhin endgültig.

Also ich freu mich darauf euch von der Zeit hier in Gambia zu berichten! Bis bald!
Nora

Samstag, 27. Oktober 2012

Zeit für einen Rückblick


 

Januar 2011:
Ich fasse den Entschluss: ich möchte ins Ausland. Eine Suche im Internet beginnt. Doch dank genauen Vorstellung finde ich bald ein Projekt, das mich sehr anspricht: Mitarbeit in der ASB clinic in Gambia.

März 2011:
Ich schicke voller Angst und Hoffnung meine Bewerbung nach Köln.
Jeden Tag checke ich meine E-Mails. Nur sehr wenigen Menschen erzähle ich von meiner Bewerbung. Umso länger ich warte und mich damit beschäftige, umso größer wächst der Wunsch in mir, nach Gambia zu gehen. Doch damit auch die Angst, die Stelle nicht zu bekommen.

April 2011:
Ich erhalte endlich die Einladung zum Auswahlworkshop. Ich freue mich sehr. Doch nach wie vor, möchte ich alles eher noch für mich behalten.

Juni 2011:
Zusammen mit meinen drei besten Freundinnen fahren wir über ein Wochenende nach Köln. Die erste Nacht verbringe ich mir ihnen im Hostel. Samstagmorgen liefern sie mich dann beim ASB Köln ab. Ich bin furchtbar nervös.
Neben mir nur 5 weitere Teilnehmer. Bei 2- 3 Plätzen, mach das eine realistische und plötzlich unglaublich greifbare Chance.
Der Workshop läuft gut, am Ende stellt sich trotzdem wieder mehr Angst ein, und ich mache mir Sorgen, hätte ich doch in dieser Situation besser das gesagt oder jenes getan.

Eine Woche nach Köln erhalte ich den Anruf auf den ich so hoffte: ich war dabei!

Juli 2011:
Die Verträge werden unterschrieben, ich kündige meine Arbeitsstelle für Ende November. Die Vorbereitungszeit beginnt.
Reisepass, Kündigungen, Impfungen, Bescheinigungen, Kindergeld, Krankenkasse… So viele Dinge um die man sich kümmern muss.

August 2011
Ende August fahre ich dann wieder nach Köln, diesmal zum 10tägigen Vorbereitungsworkshop.
Ich lerne dort nicht nur die anderen beiden Freiwilligen die mit mir nach Gambia kommen, Nathalie und Swantje besser kennen. Sondern auch eine Menge, toller, junger Menschen! Das gemeinsame Ziel, ins Ausland zu gehen, verbindet uns, und lässt eine besondere Stimmung entstehen. Hier haben junge Leute Träume und Hoffnungen, genauso wie Angst. Die Gruppendynamik ist toll, und wir lernen eine Menge über verschiedene Themen und- über uns selbst.

September- November 2011:
Bis zum Schluss bin ich mit Dingen beschäftigt, die mit meinem Auslandsaufenthalt zusammenhängen. Zum Glück bleibt trotzdem genügend Zeit, für Familie und Freunde. Der drohende Abschied rückt immer näher und nimmt Raum ein.
Meine Mädels überraschen mich mit einer Abschiedsfeier. Viele Freunde und meine Familie sind anwesend und es war schön alle diese lieben Menschen um mich zu haben.

Dezember 2011:
Es ist soweit, am 3.12. fliege ich zusammen mit Swantje und Nathalie nach Gambia.
Nach einem tränenreichen Abschied sitzen wir voller Emotionen im Flugzeug.
Gegen Nachmittag kommen wir in Gambia an. Die warme Luft ist wie eine Umarmung. Wir werden in unsere Wohnung gebracht. Es gefällt mir.
Doch die ersten Tage: total Reizüberflutung!!
Die ersten Wochen ziehen sich. So viel neue Eindrücke.
Weihnachten mal ganz anders. Doch ich genieße es, am Strand zu liegen, und mal nicht das typische,
Weihnachtsfest zu erleben!

Januar 2012
Wir fangen das Frisbeespielen an! Wir lernen immer mehr Leute kennen, knüpfen erste Kontakte.
Ich arbeite bei der Schwangerschaftsvorsorge mit.
In der Klinik laufen die Vorbereitungen für das FACE- Projekt.

Februar 2012
Eine Woche, 3 Ärzte aus Deutschland, über 40 Operationen, in Voll- und Halbnarkose. Und wir drei mittendrin und überall. Das FACE- Projekt.
Hauptsächlich werden Kinder mit Lippen- oder Gaumenspalten operiert. Aber auch Hauttransplantationen und Tumore werden operiert. Es war eine unglaublich anstrengende Woche, aber vom Medizinischen Aspekt und vom Lerngehalt extrem wertvoll.

Ich bekomme den ersten Besuch, meine Mutter und meine Schwester kommen für 2 Wochen. Eine schöne Zeit!

März 2013
Zeit der Besuche. Nach meinem Besuch folgten Swantjes Bruder, Eltern, Schwester, Nathalies Mutter.
Ende März fahren wir zum Zwischenseminar. Ein paar schöne Tage. Wir reden über unseren bisherigen Erfahrungen und überlegen was verbesserungswürdig wäre, was man unternehmen kann. Wir wagen auch schon ein paar Gedanken an die Rückkehr.

April 2012
Zusammen mit Swantjes Schwester reisen wir 5 Tage durch Gambia. Am Nordufer bis Basse und über das Südufer zurück. Geprägt von schönen Momenten, tollen Begegnungen und viel sitzen im Buschtaxi war es eine spannende Reise!
Wir feiern 10 Jahre ASB Gambia in der Klinik.

Mai 2012
Wir sind viel unterwegs, unternehmen eine Menge. Kommen richtig an.
Mittlerweile haben wir einige Freunde gefunden und genießen das Wetter und den Strand.
Ende Mai fahren wir einige Tage zusammen mit Freunden nach Dakar. Es war eine lustige, schöne Reise!

Juni 2012
Wir bekommen nochmal Besuch, diesmal von Nathalies Freund Jochen.
Die Regenzeit beginnt. Der Temperaturumschwung macht mir anfangs zu schaffen. Die ansteigende Luftfeuchtigkeit kombiniert mit der Hitze mach einen verdammt müde.

Juli 2012
Es regnet immer mehr. Kleidung und diverse andere Dinge fangen plötzlich zu schimmeln an.
Ich ärgere mich über verschiedene Dinge: die Post, Krankheit, Kakerlaken…

August 2012
Ich feiere meinen Geburtstag am Strand, ein unvergesslicher Tag!
Swantje bekommt Besuch von ihrem Freund. Ramadan – der Fastenmonat ist. Das schränkt uns in einigen Dingen ebenfalls ein. Man versucht uns oft zum Fasten zu überreden. Aber wir wollen nicht. Es ist zu heiß um nichts zu trinken!

September 2012
Santis letzter Monat (und auch meiner wie sich rausstellen sollte).
Wir unternehmen unglaublich viel. Eine tolle Zeit. Wir haben viel Spaß und genießen es einfach, ohne zu viel drüber nach zudenken das bald alles vorbei ist!
Am 27.09. geht Swantje, es war sehr traurig!
Das letzte September – Wochenende fahren Nathalie und ich mit 2 Freunden noch mal weg, verbringen 2 Tage in einem schönen Camp am Fluss.

Oktober 2012
Ich breche mir am 1.10. das Schlüsselbein beim Frisbee spielen. Es ist klar, ich muss nach Deutschland zurück. Zusammen mit Nathalie und Dave organisiere ich alles für einen Rücktransport.
2 Tage später sitze ich im Flugzeug. Es waren wohl die anstrengendsten, emotionalsten und intensivsten Tage überhaupt in Gambia.
In Deutschland fühle ich mich relativ schnell wieder wohl. Ich werde operiert und alles verläuft gut.
Zusammen mit meinem Vater buche ich Flüge, ich muss nochmal nach Gambia, um einen richtigen Abschied zu finden. Und um der Kälte in Deutschland zu entfliehen!


und einen kleinen Blick nach vorne….

November 2012
Ich fahre nach Hamburg um Swantje zu Besuchen!
Am 20.11. dann Abflug nach Gambia.

Dezember 2012
Bis 14.12. werde ich in Gambia sein.

Februar 2013
Rückkehrer Seminar in Köln.



An dieser Stelle mal ein Dankeschön, an alle Menschen die mich begleitet haben, sei es die ganze Zeit oder nur in manchen Abschnitten. Ein Dankeschön an alle die mir geholfen haben, diesen Weg zu gehen. Die mich immer unterstützt und mich ermutigt haben. Danke an alle die mir mit aufrichtiger Freundschaft und Liebe entgegenkommen sind.

Nora 

Samstag, 13. Oktober 2012

Meine letzte Vokabel


Das letzte englische Wort das ich in Gambia gelernt habe: collarbone- das Schlüsselbein.

Einige von  euch haben es bestimmt schon gehört: Ich bin wieder in Deutschland.
Das alles ging wahnsinnig schnell.

Also am Montag, 01.10.12 bin ich wie immer gegen 17:15 Uhr aus dem Haus gegangen, zum Frisbee. Ich hab auf dem Weg noch Matarr und Sata aufgegabelt und bin mit ihnen zusammen zum Frisbee- Feld, das sich auf dem Gelände des Medical- Research- Council befindet, das nur mal schon als Info…
Nathalie wollte nachkommen.
Es waren einige Leute da, und wir begannen unser Spiel. Tja, ca. 30 Minuten später passierte es dann. Ich wollte bei einem Pass der Gegnermannschaft dazwischen gehen, bzw. die Frisbee selbst fangen. Ich bin also los gerannt, genau wie Seth, zu dem der Pass gehen sollte. Und dann sind wir voll ineinander gerannt. Es krachte. Ich spürte Schmerzen in meiner linken Schulter. Ich wusste gleich, da stimmt etwas nicht. Es fühlte sich an, als würde es bluten, traute mich gar nicht hinzuschauen.
Man sah allerdings nichts direkt, nur dass die Schulter irgendwie runterhing.
Dave, Brian, Nathalie und Sang waren dann auch gleich bei mir und halfen mir, mich erst Mal hinzusetzten und etwas zu trinken. Aber ich hatte so Schmerzen, das Dave sagte, wir müssen zum Arzt.
Glücklicherweise befanden wir uns ja auf dem Gelände des Medical Research Council. Wir waren also innerhalb von 5 Minuten auf der Station, wo gleich mein Blutdruck und Puls gemessen wurde. Ich hatte starke Schmerzen und jede Minute die wir warten mussten, wurde es unerträglicher. Zum Glück wurden wir dann bald aufgerufen und eine Ärztin nahm sich meiner an. Die ließ den Röntgen- Menschen rufen, der schon Feierabend hatte und gab mir Morphin. Was mich erst Mal beruhigte und die Schmerzen milderte.
Nach ca. einer Stunde kam dann der Radiologe, naja oder der Röntgenbefugte! ;) Auf dem Bild sah man gleich, da ist was gebrochen! Allerdings war sich die Ärztin nicht ganz sicher wie was wo, da man nur die betroffene Schulter sah. Also schickte sie mich mit Ibuprofen nach Hause und sagte ich soll morgen früh wieder kommen.
Dave hat mich und Nathalie dann mit zu sich nach Hause genommen, wo wir von ihm und seiner Frau versorgt wurden. Total lieb, wir schliefen die Nacht im Gästezimmer, Nathalie half mir bei allem. Ich musste alle 4 Stunden Ibu nehmen.
Am Nächsten Morgen machten wir uns gleich um 9 Uhr auf den Weg zur Ärztin, diese schickte uns nach einiger Zeit Warten erneut zum Röntgen. Auch dort wieder Warten.
Als ich dann mit dem neuem Bild von 3 Ärzten gesehen wurde, war klar: Schlüsselbeinbruch links, keine Behandlungsmöglichkeit in Gambia. Ich soll nach Hause fliegen, sagten alle.
Zurück bei Dave begann der ganze Stress. Ich telefonierte mit der Versicherung in München, mit dem ASB in Köln, mit meinen Eltern, mit Reisebüros, mit Beatrice und Gudrun in Deutschland, mit Ebrima und Fax aus der Klinik, nach ewigen hin und her, halben Nervenzusammenbrüchen und zahlreichen Tränen, stand fest: Mittwochabend fliege ich nach Hause.
Mittwochvormittag erledigten wir die letzten offiziellen Dinge, ich brauchte noch ein Schreiben das ich fit zum Fliegen bin, wir packten mein Zeug zusammen und um 15 Uhr wurden wir abgeholt.
Sang verabreichte mir noch muskulär Schmerzmittel. Und dann ging es zum Flughafen.
Der Abschied war schwer, aber ich konnte es auch gar nicht richtig realisieren! Von so vielen konnte ich mich nicht verabschieden!

Der Flug war sehr anstrengend! Es war so kalt im Flugzeug und trotz zwei Sitzplätzen fand ich keine Position mit meiner Schulter in der ich schlafen konnte!
In Brüssel angekommen hatte ich nur eine knappe halbe Stunde Zeit für den Anschlussflug nach Frankfurt, ich hab es zum Glück gleich gefunden, und der Flug dauerte nur 50 Minuten.
In Frankfurt war es dann nochmal ein bisschen doof, da ich eigentlich Hilfe mit meinem Gepäck gebraucht hätte, dieses kam aber nicht, ich musste dann erst Mal bei Lufthansa nachforschen, diese Teilten mir mit, es ist in Brüssel geblieben, wird mir bis morgen Mittag nach Hause geliefert. Gut, war ich auch zufrieden mit.
Mein Vater, der mich in Frankfurt abholte und meine Mutter die Zuhause auf die Nachricht wartete, das ich da bin, machten sich schon Sorgen, da ich nicht raus kam!
Doch dann endlich war ich ja da und ganz happy, aber auch komplett am Ende als mein Papa mich in die Arme schloss.
Die Heimfahrt verschlief ich komplett.
Dann endlich zu Hause angekommen, auch hier wurde ich von meiner Mama glücklich begrüßt!

Am Freitagmorgen bin ich dann zum Arzt. Erneut Röntgen, selbe Diagnose, allerdings jetzt noch sichtbar, ein kleiner Knochensplitter.
Und der Arzt sagte mir, was ich schon vermutete: es muss operiert werden, denn der Bruch war nicht mehr in einer Linie, sondern verschoben, ein Teil bohrte sich schon fast nach oben raus…
Also OP Termin für Dienstag, 09.10.12 bekommen.

Die Tage dazwischen flogen dahin. Ich bin recht schnell angekommen, aber so aus etwas rausgerissen zu werden, ist nicht einfach. Mein Papa hat es ganz gut ausgedrückt: Wir haben jetzt erst mal die Hülle hier, die wird wieder repariert und später holen wir das Herz und die Seele!
Mein Vater hatte ja seinen Flug schon gebucht, deswegen werden wir wohl bald zusammen nochmal nach Gambia fliegen, so dass ich meinen Abschied haben kann! Es fühlt sich einfach noch nicht abgeschlossen an.
Mit der Aussicht bin ich nun aber glaube ich ganz gefasst. Ich kann zwar alles nicht so doll genießen und es ist auch nicht schön so demoliert und auf Hilfe angewiesen zurück zu kommen. Aber da muss ich jetzt durch. Das Leben wollte es so. Ich mach das Beste daraus. Und, natürlich, meine Gesundheit ist mir sehr wichtig, die hat Priorität.


Mir geht es heute auch gut. Am Dienstag war die Operation, der Arzt sagte es ist alles gut gelaufen. Die Narkose habe ich einigermaßen vertragen, mir war sehr übel danach. Ich blieb dann bis gestern Morgen im Krankenhaus. Seit die Drainage draußen ist, sind die Schmerzen auch nur noch gering. Ich kann den Arm zwar nicht richtig bewegen und erst recht nicht belasten, aber das Schlimmste ist überstanden und jetzt geht es wieder voran!

Ich halte euch auf dem Laufenden!

Liebe Grüße, Nora.

Freitag, 21. September 2012

Beekeeping

Hallo ihr Lieben!

Hier endlich mein neuer Blogeintrag!

Erst mal: mir geht es gut, sehr gut im Moment! Wir nutzen die uns bleibende Zeit voll aus, und sind dauernd unterwegs! Strand, feiern, mit Freunden essen gehen, Frisbee spielen, Gamesnight! Jeden Tag was anderes!
In einer Woche fliegt Swantje nach Hause, und wir können es irgendwie noch gar nicht realisieren! Am 03.10. kommt dann schon eine der neuen Freiwilligen.
Im Moment mache ich, wie gesagt, alles auf was ich Lust habe, und ich bin sehr im Einklang mit mir und meiner Umgebung. Ruhig und gelassen, würde ich meinen Zustand im Moment beschreiben. Wenn ich nun aber an die nächsten 2 Monate denke, frag ich mich, wie kann ich so ruhig sein?
Die Ereignisse kommen nun Schlag auf Schlag und nicht immer wird genügend Zeit zum Verschnaufen bleiben. Doch erst mal relaxe ich noch, so lange es geht!

Letzte Woche am Freitag ist mal wieder was passiert, wo echt nicht hätte sein müssen!
Ich bin nach dem Spätdienst, also um kurz nach 20 Uhr, in ein Buschtaxi gestiegen um nach Hause zu fahren. Als ich also im Taxi saß und so raus geschaut habe, denke ich noch: wow, dieses Gefühl, bei Dunkelheit, durch Gambia zu fahren, der Geruch, das Klima, die Menschen auf den Straßen, so was muss man erlebt haben, das kann man sich nicht vorstellen.
Im nächsten Moment wird das Buschtaxi schneller, wir rasen auf eine Kreuzung zu, ein paar Leute schreien auf und dann knallt es auch schon ordentlich. Ein gelbes Taxi ist uns von links in die Seite reingefahren!
Ich werde nach vorn gedrückt, stoße mein Knie, eine Frau fällt auf mich, meine Hand wird eingeklemmt. Ich frage ob alle okay sind, dann schaue ich nach hinten, auf der Kreuzung steht das Taxi, meiner Meinung nach Totalschaden. Doch, zum Glück, keine Verletzten! Alle steigen aus, und die Diskussionen beginnen. Ich höre mir das 5 Minuten an, dann steige ich in ein anderes Taxi und fahre nach Hause. Der Schrecken hängt noch nach. Furchtbar, wie man immer an fängt über alles nach zu denken WAS hätte passieren können…
Am nächsten Tag, und auch heute noch ziert ein großer blauer Fleck mein Schienenbein. Aber den nehme ich gern in Kauf, dafür das sonst nichts passiert ist!
Eigentlich erstaunlich das ich noch nie vorher in meinen 10 Monaten Aufenthalt hier, bei einem Unfall dabei war…

So, nun kurz ein paar Worte zu vergangen Sonntag, da war nämlich unser „Frisbee- Tunier“  geplant.
Es war unglaublich heiß an diesem Tag. Es waren zwar einige da, ca. 15 Leute, aber die geplanten 4 Teams konnten nicht Zusammengestellt werden. Trotzdem haben wir natürlich gespielt, und es war ein richtig gutes Spiel, beide Teams waren sehr gut!
Und ich hatte meinen Big Moment im Frisbee!! =)
Also folgende Situation: 7 zu 6, ein weiterer Punkt und wir gewinnen. Ich stehe im Torbereich.
LC passt die Frisbee zu mir, es ist ein langer Pass! Ich also, renn, renn, renn, merke- die Frisbee kommt runter, aber ich schaff es nicht mehr. Also werfe ich mich in die Länge, grabsch die Frisbee aus der Luft, drehe mich und knall auf mein Rücken! Das, hat definitiv keiner erwartet! ^^ Also weiter, ich im Besitz der Frisbee, Pass zu Xander, Xander zu Fatima und GOAL für mein Team! Und Sieg, Spiel vorbei, aus Ende! Matarr wollte es einfach nicht glauben, dass ich das war, wo die Frisbee gefangen hat! :P

Okay, jetzt zu einem echten Highlight. Am Dienstag waren Swantje, Matarr und ich in Lamin, wo Xander arbeitet.
Xander ist ein guter Freund von uns hier, er ist Freiwilliger aus Amerika und schon 2 Jahre hier. Seine Arbeit ist Beekeeping! Also sprich, er ist Imker hier, hat er vorher nie gemacht, hat er hier gelernt.
Und er hat uns eingeladen ihn in Lamin zu Besuchen und selbst mal zu imkern! Haben wir natürlich gleich zugesagt.
Nach der Arbeit sind wir also alle zusammen nach Lamin gefahren. Das Gelände von „beecause“ liegt mitten in der Natur und ist wunderschön, von dort hat man einen tollen Blick zu Ausläufern des Rivers und dessen Mangroven. Bei Beecause arbeiten Peace Corps Volunteer zusammen mit Gambianern. Und wirtschaften so mit local honey. Der übrigens auch richtig gut schmeckt!
Erstmal hat Xander uns alles gezeigt und einiges erklärt und erzählt. Auf dem Gelände stehen ca. 50 Kolonien, die erträglichsten wurden letzte Saison 40 Liter Honig gewonnen.
Bienen sind echt intelligente Tiere. Jede Biene hat ja eine bestimmte Aufgabe, die Königin legt die Eier, die männlichen Bienen sind nur dafür da, die Königin zu befruchten. Alle Arbeit machen die weiblichen! Pollen „sammeln“, Babys füttern, Eingang bewachen, bauen… es gibt sogar „Tanzbienen“, die fliegen vor der Kolonie rum und weisen so die anderen an, wo es Pollen zu holen gibt! Sie zeigen durch bestimmte Flugmuster an, in welcher Richtung und in wie vielen Kilometer sich die Pollen befinden!
Wir haben dann weiter erfahren, dass Ameisen und Käfer ein Problem für jeden Bienenstock sind, die größte Gefahr stellen allerdings Eichhörnchen da, denn sie Essen die Bienen!
Nach der interessanten Führung haben Xander und sein Kollege Musa alles vorbereitet und Bienenstöcke ausgewählt, die wir uns anschauen können.
Wir sind dann also in die riesigen Anzüge geschlüpft, haben Gummistiefel und Handschuhe bekommen und dann ging es los.
Bei den ersten beiden Stöcken haben uns die Jungs gezeigt wie es funktioniert. Und dann die dritte Kolonie haben Swantje und ich dann quasi geöffnet und geprüft! Und, oh nein, Ameisen und Käfer, das haben wir dann brav auf dem Zettel notiert, ansonsten sah aber alles ganz gut aus! Eine Königin haben wir leider nicht gesehen!
Gestochen wurden wir zum Glück nicht, aber ich fand es schon ein bisschen unheimlich, als hunderte Bienen um mich rumschwirrten und auf dem Netz vor meinen Augen saßen!
Und wir haben ganz schön geschwitzt in den Anzügen! Aber trotzdem, war es super interessant und hat viel Spaß gemacht!

In der Klinik läuft alles gut! Die Woche und auch nächste bin ich wieder auf meinem Lieblingsposten. ;-) Patientenverteilung! Ich helfe auch so gut es geht in der Apotheke mit. Teilweise komm ich dann mit allem echt in Stress, was ich gar nicht mehr gewohnt bin! ;-)
Headnurse Lang hat nach wie vor seinen Spaß dabei, mich zu veräppeln. Ich weiß aber mittlerweile auch wie ich ihn ärgern kann! :D Humor haben sie ja alle in der ASB Klinik!







Wen es mal interessiert, hier der Link zu Xanders Blog! 

Und hier noch ein paar Bilder!


Jaa Afrika kann auch wunderbar grün sein! ;-)

Santi! :)


Xander


Hier könnt ihr mal mein Arbeitsplatz sehen! :)

hier notiere ich grad den Tagesverbrauch an Urinstreifen! :D wahnsinnig spannend! :p aber einer muss es halt überprüfen! ...

Santi, Nathalie, Awa und ich

Ich bemühe mich, den nächsten Eintrag nicht so lange auf sich warten zu lassen! ;-)
Machts gut!

Eure Nora

Freitag, 7. September 2012

Gestern im Buschtaxi....

Gestern im Buschtaxi, auf dem Weg nach Banjul, zum Post Office, ein Gambianer, der mich wohl aus der Klinik kennt, beginnt ein Gespräch mit mir.


Gambianer: Heyyyyyyyyyy Sister! How are you?
Nora: I’m fine, and you?
G: trying to manage it! Your nice name?
N: Nora.
G: Nuha! Ohhh nice name! How is work?
N: Ja, fine fine.
G: Where is your Husband?
N: In Germany. Where is your wife?
G: ahhhhahahhaha, noo I don’t have wife! Just girlfriend. So, you have husband! How old are you?
N: 22, you?
G: For me, I have 34 years. So, How is Gambia, I know you here long time now!
N: Yes, It’s nice.
G: Ahhhhh, I know you enjoy it. The sun and the nice people.
N: mhhhm.
G: So, Nuha, you give me your address.
N: No, sorry.
G: Ahhhh than I give you my!
N: No, I don’t need it! Thank you.
G: Nooooo, ahhh Nuha! I give you!
N: No, for what??
G: Next time you in the Gambia, you can contact me!
N: No, sorry.
G: But you come back! So I give you! Driver!!!!!!!!!!!!!!!!! PEN!!!!
Driver: No pen!
Gambianer (dreht sich nach hinten): Sister! PEN!!!!

Das Mädchen, das hinter mir sitzt, tippt mir auf die Schulter und schüttelt den Kopf. Ja, danke ist mir schon auch klar.
Also weiter gings.

Gambianer fängt an auf local language zu reden. Alle fangen an zu lachen. Das Auto stoppt. Ein Pen wird reingereicht. Der Gambianer sagt wieder etwas und alle lachen.
Ich, langsam echt sauer:

N: Hey! I don’t know what you are talking, but stop it! I don’t need your address!
Zu Spät, der Gambianer, jetzt ja erfolgreich im Besitz eines Stiftes, kritzelt bereits seine Adresse auf ein Papier. Der Pen wird wieder aus dem Fenster gereicht und wir setzten unsere Fahrt fort.
G: Here Nuha, my address, and my number, and the number from my father.
Ich möchte unnötigen Stress vermeiden, nehme den Zettel.
Und dann, zum Glück, sind wir endlich da, ich steige uns und laufe schnellen Schrittes davon. In meiner Tasche ein Zettel mit seiner Adresse, in meinem Bauch ein Gefühl von Übelkeit.

Ich verlasse das Post Office, es regnet. In meiner Hand, dass ein Monat verschollene Geburtstagspakte von meiner Mutter und meiner Schwester. Ich denke, Juhu der Tag ist gerettet.


Ich steige ins nächste Taxi ein, zurück nach Fajara. Kann es kaum erwarten mein Paket zu öffnen.
Da spricht mich mein Sitznachbar an: Hey my Darling, how are you????



...